Schiffe versenken auf italienisch

Was ist da eigentlich los gerade im Mittelmeer? Seit gut zwei Wochen beherrscht ein umgekipptes und vollgelaufenes Kreuzfahrtschiff die Medienlandschaft, zumindest in den deutschen Boulevardmedien. Einerseits natürlich vollkommen gerechtfertigt, es ist schon krass solch einen Kahn auf Grund zu setzten. Die Empörung um den Kapitän, der „sein“ Schiff verlassen hat, klingt in erster Reaktion auch verständlich. Näher betrachtet allerdings stammt dieser „Kodex“ aus Zeiten in denen das Kapitänspatent aus Kriegsmarine zusammenhängen stammt und im enddefekt mir es ziemlich egal wenn es darum geht nen sinkenden Kahn zu verlassen. Das einigste was relativ Menschlich wäre, wenn die Crew eines solchen Schiffes den Überblick in solch einer Situation bewahrt und eine Evakuierung halbwegs koordiniert. Irgendwo kommt ja auch der Spruch: Rettet sich wer kann!

Was angesichts der Debatte übel aufstößt ist doch, dass letztendlich die Sache glimpflich ausgegangen ist und von über 4000 Leuten an Board es bei den vergleichbar geringen Opferzahlen geblieben ist. Wer die schiere große eines solchen Schiffes kennt, weiss das es in Paniksituationen nun mal Orte gibt, in denen es quasi unmöglich ist noch raus zu kommen. In der heutigen BILD macht ein Passagier der angesichts der Katastrophe mit dem Leben davon kam, eine Liste von seinen Besitztümern die im Kahn versunken sind. Das grenzt schon an Perversität. Ich stell jetzt einfach mal seit 1992 die über 10.000 Boatpeople gegenüber, die teilweise noch absichtlich von Frontex und den Regierungen versenkt, zumindest billigend in kauf genommen werden. Das kotzt mich an!


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