Archiv der Kategorie 'Demonstrationen'

TAZ – Die Allianz der acht Kugeln

Nach dem Urteil gegen die angeklagten Berliner Bullen die in der Sylvesternacht 2008 den Neuköllner Dennis J. erschossen hatten, gab es noch am selben Abend eine Demonstration in Berlin-Neukölln. Diese wurde brutal von den Berliner Bereitschaftsbullen angegriffen und diverse beteiligte vorläufig festgenommen.

Nach den Bemühungen der letzten Monate, bemerkt auch die Presse langsam den Schulterschluss zwischen Neuköllner „ProblembewohnerInnen“ und teilen der anarchistischen Szene in Berlin.

"Früher haben uns die Autonomen nicht interessiert", sagt einer von J.s Freunden. "Wir haben gedacht, was sind das für Spinner? Jeden 1. Mai prügeln sie sich mit den Bullen und riskieren dafür Knast. Das war nicht unser Ding. Wir waren mehr auf Geld fixiert." Dann ist die Sache mit Dennis passiert. "Wir haben gemerkt, die Autonomen sind wirklich gegen Polizeigewalt. Wir haben ein gemeinsames Interesse", sagt ein anderer. "Was mit Dennis passiert ist, darf nicht sein".

Den ganzen Artikel findet ihr hier in der Taz.

1. Mai Mobi Video vom Infoladen Daneben


Zum Dresden Szenario

Wieso sind denn nun wieder alle empört? Entweder haben einige ein schlechtes Kurzzeitgedächniss, oder glauben insgeheim immer noch an so etwas wie den Rechtsstaat. Wieso ist es ein Skandal das nun die Faschisten durch die Neustadt laufen sollen. Natürlich ist das von antifaschistischer Seite ein Skandal. Allerdings hält sich meine Empörung über die Entscheidung in grenzen. Jedes mal wenn Großaufmärsche mobilisiert sind, gibt es Verbotsverfahren im Vorfeld. Und jedes mal stellen wir fest, das 48 Stunden oder manchmal in der Nacht davor, die Sache dann doch irgendwie durch die Gerichte geht. Das wiederholt sich periodisch, wie Geschichte im allgemeinen. Fazit von unserer Seite sollte eigentlich sein, sich niemals auf Gerichte zu verlassen und den antifaschistischen Selbstschutz im Vorfeld sicher zu stellen. Alles andere wird der Tag selber zeigen, aber diese falsche Empörung über Fehlurteile der Gerichte kotzt mich einfach an. Passt auf euch auf! Dresden war den Behörden schon immer ein Datum um unliebsame Antifaschisten für einige Zeit einzusperren ohne Beweise und mit konstruierten Verfahren. Also Augen auf in eurer Sportgruppe!

G20-Gipfel im Mai in Berlin

Seit ein paar Stunden geistern die ersten Meldungen durchs Netz, das der Schäuble die G20 Staaten für Mai nach Berlin einläd. Hier bietet sich die Chance mit einer kurzen aber kraftvollen Mobilisierung den Gipfel zum Desaster zu machen. Genaue Info’s über den Ablauf sind bis jetzt noch nicht veröffentlicht, dies sollte aber in den nächsten Wochen durchsickern.

Datenschützer raffen den Datenschutz nicht

Seit Tagen herrscht eine rege Debatte sowohl in den Medien als auch in der Netzwelt über den Übergriff eines 22er Bullen gegen einen „friedlichen“ Demonstranten. Wer öfter auf den Strassen unterwegs ist, ist angesichts des Videos nicht ganz so schockiert, Grenzüberschreitungen sind zu Haufe bei Youtube dokumentiert.

Ich möchte aber eher den Umgang der „Piraten“ und des Klüngels darum thematisieren. Sicher ist es schön, wenn ein Bulle mal in die Tagesschau kommt der ohne Grund mal seine Aggro-Stimmung an unschuldigen auslebt. Allerdings sehe ich es äusserst kritisch, wenn gleich wieder zu mehr Kameras auf Demos aufgerufen wird, um die Bullengewalt zu dokumentieren. Dagegen sei nichts einzuwenden. Aber auf sämtlichen Piraten-Blogs und deren Umfeld, sind Bilder der Demo zu finden, wo keinerlei Bilder unkenntlich gemacht wurden. Einerseits werden alle Kameras verteufelt, sie aber innerhalb der Demo munter eingesetzt und ohne drüber nachzudenken, am besten noch Live ohne Bearbeitung, per Handy und Twitter ins Netz gestellt.

Die Antwort der Bullen auf das total wilde Herumfotografieren habe ich auch schon parat, bei größeren Demonstrationen werden Kameras und Handys vorläufig beschlagnahmt, im übrigen fast schon Standart bei einer GESA-Behandlung. Schon in Straßburg dienten hunderte von beschlagnahmten Cams den Behörden, einen Eindruck von „Innen“ zu bekommen. Das dies im Großteil natürlich nicht rechtmäßig war, ist auch klar. Aber wie wir Nerd’s ja wissen, ist eine Kopie schnell gezogen und verschwindet schnell in neugegründeten Behörden zur Terror- und Extremismusabwehr.

Deshalb ganz klar, Kameras haben nur mit langjährigen Medienkollektiven was auf Demos zu suchen, privat Knipser sollten aus den Blöcken verwiesen werden. Aggressives verhalten von Bullen hat System und ist System. Wie dies verhindert werden kann ist der BetrachterIn auch klar. Mit der Abschaffung!

1. Mai-Prozess gegen Italiener in Berlin

Auf de.indy ist gerade ein Artikel erschienen von der Roten Hilfe Berlin, der die Ereignisse des gestrigen Prozesses gegen Christian P. beschreibt. Der Beitrag thematisiert auch die bewaffneten Bullen im Gerichtssaal, welche immer öfter bei Prozessen gegen politische AktivistInnen in den letzten Monaten auftauchen. Eine stärkere Thematisierung dazu wäre zu wünschen.

Freiräume bedroht, Hamburg bald in Not, zu viele Antifa’s in Russland Tod

Der Quelle Katalog wird nicht mehr gedruckt. Schrecklich, was sollen wir nur tun? Anscheinend weigern sich die Druckereien den neuen Katalog zu drucken, da sie die Vermutung haben, das der KarstadtQuelle Konzern nicht zahlen kann. Meiner Meinung nach nicht schlimm, in Zeiten von Onlineversand trauer ich dem dicken Papierklotz keine Träne nach. Einigster Gedanke ist, dass viele ältere Menschen nun sich mit der Thematik Online-Versand beschäftigen müssen, bzw. den Otto Versand gibt es ja auch noch.

Was passiert sonnst noch so zur Zeit, vielleicht mal ein paar wichtigere politische Gedanken:

Für die Häuser-Szene liefen die letzen Tage nicht so optimal. Die Liebig14 betont nochmals, dass sie in den nächsten Monaten Unterstützung braucht, da das Hausprojekt akut räumungsbedroht ist. In Prag ist Mensch da schon einen Schritt weiter und steht vor vollendeten Tatsachen. Das squatMilada wurde geräumt. In Magdeburg hat sich die Sache vorerst auch erledigt, denn die BesetzerInnen haben sich entschieden das Gebäude freiwillig zu verlassen, da der Druck der Bullen von aussen in den letzten Tagen massiv zugenommen hat. Die Kampagne soll aber weiter gehen. Der Sommer könnte also noch heiß werden, schliesslich steht die angesagte Räumung der Brunnenstraße 183 noch an, die Rigaer94 steckt momentan ebenso wie die von Suitbert Beulker gekaufte Liebig14 in Prozessen.

Hamburg bereitet sich auf das morgen stattfindende Schanzenfest vor, wo die Behörden jetzt schon von massiven Ausschreitungen ausgehen. Die Stimmung wird zur Zeit angeheizt von der Eröffnung einer neuen Mc Donalds Filiale direkt am Bahnhof Sternschanze. Gehen wir aber mal davon aus, dass sich die Hamburger Bullen darauf konzentrieren werden. Das sie nicht die gesamte Stadt kontrollieren, sieht Mensch an diesem Beispiel, denn innerhalb von 10 Minuten sind wohl in einer koordinierten Angriffsaktion, zehn Fahrzeuge im Stadtgebiet in Flammen aufgegangen. Die Behörden kündigten schon an, dass sie Objekte bei denen es in den letzten Jahren immer wieder zu angriffen gekommen ist, verstärkt Kameraüberwachung einsetzen werden. Genaue Zahlen geben sie natürlich nicht bekannt. Aber wir werden ja sehen, die Bilanz wird ja immer noch nachher gezogen.

Heute findet in Berlin ab 16 Uhr noch eine antifaschistische Demo statt, die die Zustände in der Ukraine und Russland thematisieren will. Die Fälle von politischen Morden steigen rapide an und die Regierungen der betreffenden Länder ignorieren wie vieler Orts die Verfolgung der Täter. Der letzte neofaschistische Mord fand gestern statt.

In Sachsen Anhalt kam es in der letzten Woche offenbar zu einem rassistischen Brandanschlag. Bei Möhlau in der Nähe von Dessau wurde ein Iraker vor dem Grundstück des Aufnahme „Lagers“ offenbar von unbekannten mit Benzin übergossen und angesteckt. Die Person hat den Anschlag offenbar überlegt und liegt zur Zeit schwer verletzt in einer Klinik. Die genauen Umstände in diesem Fall sind bisher noch sehr dünn, so dass zum jetzigen Zeitpunkt vieles in Spekulationen enden würde. Sollte es sich jedoch um einen rassistischen Brandanschlag handeln, sollte dieser Vorfall nicht unbeantwortet bleiben.

SpreePicture verdient, andere werden verknackt

Wann immer in Berlin Autos brennen, nach kurzer Zeit taucht SpreePicture auf. Zumindest bedient SpreePicture die Medien immer aktuell mit den neusten Bränden. Hinter SpreePicture steckt der Berliner Fotograf Andreas Markus. Anscheinend gefüttert mit Info’s von der Berliner Polizei und dem abhören des Polizeifunks, ist er immer an vorderster Front, wenn es Knallt in Berlin. Anscheinend verdient der Herr in den letzen Wochen recht gut, denn schliesslich sind die Medien zur Zeit scharf auf Bilder von brennenden Autos und vielleicht sogar von Hassbrennern die in der Wanne sitzen. Nach ein wenig Recherche nun, fand ich hier ein Interview was mit ihm geführt wurde zum ersten Mai, sein Flickr Stream findet sich im übrigen hier. Da er bedingungslos mit Springer kooperiert, sollte bei linksradikalen Demo’s verwiesen werden.

Netter Nebeneffekt der Berliner Polizei ist durch die häufigen Brandstreifen die sie nun fahren müssen, dass sie den ein oder anderen Einbrecher oder Autodiebe auf frischer Tat erwischen und dank den Yellow Press Fotografen auch gleich Medienwirksam in die Berliner Journaille unterbringen können. Nebenbei fällt AktivistInnen momentan beim durch die Kieze laufen auf, dass es anscheinend eine Debatte über Fotos im allgemeinen gibt. Auf Plakaten im Kiez wird der „Handy/Youtube geile Riot-Bilder“ Wahn auf den Demos der letzen Monaten thematisiert. Erst vor kurzem wurde wieder ein Mensch wegen Youtube Bildern von der unitedwestay Demo zu 15 Monaten verurteilt. Der Fall erinnert an den Prozess von Christian S., der auch aufgrund eines Handybildes verurteilt wurde, welches am 01. Mai 2004 von ihm geschossen wurde. Generell kann ich dazu nur sagen: Die üblichen verdächtigen linken Medienkollektive die seit Jahren dokumentieren und sicher mit den Bildern umgehen sei die Begleitung unserer Demos gestattet, wer Bilder schiessen will von direkten Aktionen gehört aus dem Block geschmissen. Schützt und sichert bei Tumulten GenossInen ab und zeigt mit Nachdruck das ihr keinen Bock habt das ihr abgelichtet werdet.